Khao Lak, THA – immer noch

Thailand führt weiter, was die ALU begonnen hat: wenn das so weiter geht, werde ich wirklich noch zur IT-Spezialistin! Was ich hier schon alles gelernt habe… aber natürlich ist es wiederum mein Bruder, der die ganzen Lösungen findet. Irgendwann wird er mir eine Rechnung stellen und ich kann’s ihm nicht einmal verübeln! Nun bin ich bereits im 2. Hotel, in dem wifi nicht funktioniert bzw. mit IOS irgendwie nicht kompatibel ist – Hallo Apple, würdet ihr gefälligst für ein entsprechendes Update sorgen!! ? Ich fühle mich leicht amputiert. Längst hätte ich weiter bloggen wollen – war nicht möglich; meine weitere Reise hatte ich planen und organisieren wollen – war nicht möglich; um einige noch nachwirkende Probleme aus der Zeit vor meiner Abreise hatte ich mich kümmern wollen – schwierig. Und Internet-Cafés scheint es in der Zeit von wifi nicht mehr zu geben. Zumindest habe ich in Khao Lak noch keines gesehen – wenn man bedenkt, dass es noch gar nicht so lange her ist, dass diese an jeder Ecke aus dem Boden geschossen sind und nun scheinen sie bereits wieder verschwunden zu sein. Verrücktes Tempo!

Nun, ich bin immer noch in Khao Lak. Man könnte wohl sagen, ich habe mich mit der Situation arrangiert, dies vor allem aus Bequemlichkeit. Ich habe entschieden, mich in Bangkok eines Teils meines Gepäcks zu entledigen. Bis dahin werde ich es nicht mehr übertreiben mit dem Reisen…. Auch habe ich hier mittlerweile so meine Plätzchen gefunden, an denen es sich aushalten lässt. Zudem hat es der Handy-Kopfhörer nun endlich – nach all diesen Jahren – geschafft, zu meinem ständigen Begleiter zu werden. Was nebenbei erwähnt zu einer völlig unerwarteten Nostalgie führt! Seit Jahren habe ich mich nur noch von der Musik im Radio berieseln lassen und wir wissen ja, wie eintönig diese heutzutage ist. Nun plötzlich längst vergessene Songs in den Ohren zu haben, lässt mich regelmässig wieder in die damit verbundene Zeit zurückgleiten….? Wer erinnert sich noch an „Scharlachrot“, Baby Jail, „Strani Amori“, „One night stand“, Dire Straits, „Under pressure“, Subzonic, „Hier kommt Alex“, „I don’t like mondays“, Supertramp, „Runaway“….. (die Liste ist endlos)?

Man hat mich bereits darauf aufmerksam gemacht und es ist mir auch selber schon aufgefallen, dass die Fotos fehlen – sollte wohl nicht sein in einem Reiseblog ? Fotografieren ist jedoch etwas, was nicht wirklich „zu mir gehört“, es kommt mir schlichtweg schon gar nicht in den Sinn, dass ich doch mal ein Foto machen könnte…. Nun, ich werde mich bemühen und versuchen, mich zu bessern, doch versprechen will ich nichts, mein Ding ist das Schreiben, nicht das Illustrieren.

Der Hotelmanager meines vorherigen Hotels wollte mich unbedingt an eine tolle Beach bringen. Zuerst habe ich mich gesträubt, weil ich mit derjenigen hier, wo ich bin, ganz zufrieden bin. Sie ist zwar wahrlich klein und nicht sonderlich spektakulär, aber meine Ansprüche erfüllt sie voll und ganz. Ich kann sowieso nicht so viel mit Sandstränden anfangen – dieser verflixte Sand, klebt sofort überall und geht nicht mehr weg. Dann nimmt man ihn mit ins Hotelzimmer und sogleich hat man ihn im Bad, im Bett, im Gepäck, einfach überall und das für ewig…. Was mir hier gefällt, ist die Stärke des Ozeans. Ich hab’s nicht so mit Tümpeln à la Mittelmeer. Ein Ozean muss kraftvoll, gewaltig und zerstörerisch sein, dann kann ich ihm stundenlang zuschauen. Das hat eine gewisse Magie, eine Faszination, die eine starke Anziehungskraft auf mich ausübt. Und so klein der Strand hier ist, die Wellen haben Power…. ein wundervolles Schauspiel!!

Aber zurück zur White Sand Beach. Wie erwähnt, der Hotelmanager wollte mich unbedingt da hin fahren und so habe ich irgendwann nachgegeben. Kann ja nicht schaden, seinen Umkreis etwas zu erweitern. Und wahrlich, er hatte nicht zu viel versprochen! Ein riesiger – zum Anschauen – traumhafter Strand und fast keine anderen Menschen!!! Das ist mir ein wenig ein Rätsel, noch überall, wo ich bis anhin war, war der Strand fast menschenleer. Wo sind nur all die Touristen, die mir auf den Strassen ständig über den Weg laufen? Ob es denen geht wie mir und sie mögen auch keine Sandstrände? Ich dachte eigentlich, ich sei diesbezüglich eher etwas „abnormal“…. Nun, womöglich liegt es auch einfach an meinem Tagesrhythmus. Bis ich komme, sind die möglicherweise bereits wieder zurück im Hotelzimmer und kurieren ihren Sonnenbrand oder bereiten sich auf den Abend vor. Den ganzen Tag am Strand herumzuliegen, ist in der Zeit von Ozonlöchern und Hautkrebs womöglich nicht mehr „en vogue“. Mir soll es Recht sein.

Ist schon cool, seinen eigenen Privatstrand zu haben….

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mein eigener Strand

….. allerdings fehlt dem Ozean hier wiederum etwas die Kraft, um meinen Ansprüchen vollends zu genügen. ? Und die vielen Fussabdrücke stammen selbstverständlich nicht alle von mir. Es müssen also bereits vor mir Menschen hier gewesen sein….

Ich wurde ziemlich auf Höhe der Mitte des Strandes ausgeladen und so habe ich meinen Füssen ein Bad gegönnt und bin erst einmal die eine Seite des Strandes entlang gegangen. Nach einer Rast und nicht ganz zufriedenstellenden Betrachtungsstudien des Meeres (wie gesagt, zu wenig Kraft!), ging’s den Weg zurück und zur anderen Seite. Wiederum am Ende angekommen, hat es angefangen zu regnen…. Und so wurde ich doch nass bis auf die Haut auch ohne ein eigentliches Bad im Meer. Während des Spazierganges hat mich das nicht gestört. Doch zurück unter einem Dach, als ich bzw. die Stoffe um mich herum an mir heruntergetrieft sind, wurde es doch etwas ungemütlich….? Dennoch, der Ausflug hat sich gelohnt!

 

Khao Lak, THA – Little Switzerland!

Heilige Scheisse!!! Das ging ja abwärts wie am Schnürchen….. Nach einem langgezogenen Abschied ging es per Taxi nach Phuket Town zum Bus-Terminal, wo man sogleich in Empfang genommen wird mit der Frage, wohin man will und mit der gegebenen Antwort an den richtigen Schalter geführt wird. Ticket gekauft und eine viertel Stunde später fuhr der Bus auch schon ab. Es hiess, bis Khao Lak dauere es etwa 2.5 bis 3h, doch nach 2h hiess mich des Fahrers Helferlein bereits aussteigen – das ging ja zack! Und dann wurde ich so richtig abgezockt! Es ist wohl kein Geheimnis, dass Touristen immer zu viel bezahlen und eigentlich habe ich damit nicht einmal so ein grosses Problem. Die westlichen Länder haben die 3. Welt über Jahrzehnte abgezockt und tun es in einer absoluten Selbstverständlichkeit nach wie vor, da ist es vermutlich nur korrekt, wenn sie sich das heute irgendwie (teilweise) wieder zurückholen. Aber in diesem Fall wäre es einfach nur Anstand gewesen, wenn der Taxifahrer darauf hingewiesen hätte, dass ich auch auf meinen Füssen über die Strasse gehen kann…. Er war dann immerhin noch so anständig und hat mich für mein Geld auch noch etwas herumgefahren… So sind wir etwa 5min gefahren, statt 5min gelaufen. Heute kann ich die Bushaltestelle bzw. den Taxistand vom Hotel aus sehen, bei der Ankunt im Hotel ist mir dieser Tatbestand jedoch nicht aufgefallen. Auch muss ich zugeben, ohne Hilfe hätte ich das Hotel wohl nie gefunden, obwohl ich beinahe davor gestanden bin. Die Front an der Strasse macht so keinen hotelartigen Eindruck und das eigentliche Hotel ist zurückversetzt hinter Gebäuden, so dass auch alle Fotos, die ich im Voraus vom Hotel gesehen hatte, nichts geholfen hätten. So nehm ich’s denn mit Humor und habe gelernt, dass man hellhörig werden sollte, wenn der Taxipreis unheimlich tief ist….?

Nach der reibungslosen Reise und der Freude, schnell und unkompliziert angekommen zu sein, drückte das Hotelzimmer dann doch etwas auf die Stimmung. Ich bin verwöhnt nach den letzten Tagen! Das Zimmer wäre voll i. O., neu, sauber, schön, alles, was es braucht, aber irgendwie so eng und klein. Ich hatte gleich das Gefühl, keine Luft zu bekommen. Daran sollte ich mich aber vermutlich gewöhnen. In Bangkok wird es vermutlich noch enger. Jedenfalls bin ich dann schnell wieder abgezogen, an den Markt, auf den mich der Hotelmanager beim Einchecken hingewiesen hatte. Und da ist meine Stimmung endgültig in den Keller gesackt (die Sache mit dem Taxi hatte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht realisiert, dafür habe ich noch einen weiteren Tag gebracht). Ich bin an einem Markt in Thailand und es wird NUR DEUTSCH GESPROCHEN!!! Alle möglichen Dialekte unserer 3 Länder, aber eben halt nur deutsch rund um mich herum. Und sooooo viele Schilder in deutscher Sprache! Ich dachte echt, ich bin im falschen Film! Getopt worden wäre das nur noch, wenn mich einer der Verkäufer auch noch auf deutsch angesprochen hätte – vermutlich hätte ich dann die Flucht ergriffen!

Wie man doch aneinander vorbeireden kann, ohne es zu merken. Khao Lak wurde mir in den höchsten Tönen angepriesen und ich find’s einfach nur grauenhaft. Jedes Gespräch am Nachbartisch versteht man, aus dem Radio spricht Marcel Koller im Radio Vorarlberg und das Special of the month ist „Züri Gschnätzleds“ ???  Eine Woche früher war ich genau davor noch geflohen und nun bin ich mitten drin gelandet! Was für eine Sauerei!!!

Eigentlich ist der Schweizer doch nicht so „ballungslustig“. Ich wüsste jedenfalls nicht, dass es irgendwo auf der Welt ein little Switzerland gibt, gebildet von den damals geflüchteten…. pardon, ausgewanderten Schweizern, analog den little Italys oder Chinatowns – eigentlich schade irgendwie, wäre doch noch spannend, sich heute in NY eine derartige „Sehenswürdigkeit“ anzuschauen. ? Aber der Schweizer ist dazu viel zu anpassungssüchtig. Oder war es zumindest früher einmal. Heute scheint er sich tatsächlich pudelwohl zu fühlen unter seinesgleichen und sich alles Bekannte und Vertraute von zu Hause mitzunehmen, damit er auch ja auf nichts verzichten muss.

Ja, der erste Abend hier lag einige Stockwerke tiefer als der Morgen des gleichen Tages. Aber der Vorteil ist, wenn man ganz unten angekommen ist, kann es nur noch aufwärts gehen….?

 

Phuket, THA – Abschied

Gestern war es soweit, meine Zeit in Kamala ging zu Ende. Es war eine Vernunftentscheidung, die natürlich bereits einige Tage vorher gefallen war. Und wie beim Friseur-Termin hielt ich das damals für eine gute Sache. Als der Zeitpunkt dann aber gekommen war, war die Überzeugung nicht mehr so stark. Einerseits deshalb, weil es einfach verdammt einfach gewesen wäre, noch länger am bekannten Ort zu bleiben, andererseits war es aber auch die letzten Tage noch etwas perfekter geworden und ich ahnte bereits, dass der neue Schritt eher abwärts führen würde, noch besser geht ja fast nicht mehr!

Angefangen hat es damit, dass die Klimaanlage in meinem Zimmer ausgefallen ist und sich nicht so einfach reparieren liess. Und ich muss gestehen, so ganz ohne Klimaanlage wird es auf Dauer doch etwas ungemütlich…. Ich wurde deshalb umquartiert in eine Suite. Vorerst nur für eine Nacht. Das war nicht sooo toll, da ich natürlich nur das Notwendigste gezügelt habe und mich zu Beginn nicht voll und ganz auf das neue Heim einlassen wollte – zweigeteilt auf 2 Zimmer ist nicht so das Wahre. Am nächsten Tag hatte ich jedoch erfahren, dass sich die Reparatur wohl doch länger hinziehen wird und ich deshalb bis zum Ende meines Aufenthalts in dieser Suite bleiben durfte. Nun hatte ich auch noch Zugang zu einer ziemlich perfekten Küche, was das fehlende Restaurant eliminierte. In diesem Zimmer hätte es sich wirklich perfekt leben lassen. Der einzige Nachteil, ich war nun „über den Wolken“ und damit ziemlich abgeschieden von allen anderen. Und ich musste mir meine private Terrasse zeitweise mit einer riesigen Spinne teilen – wir haben uns nicht angefreundet, aber letztlich geduldet, da sie sich anständigerweise auf ihre Ecke beschränkt hat.

Sie war wohl mit ein Grund, dass ich nun mehr Zeit im allgemeinen Bereich verbracht habe, sie und die moderne Kaffeemaschine, die dort zur allgemeinen Verfügung stand und einen wirklich exzellenten Kaffee macht. Zu dieser Zeit habe ich dann auch plötzlich ganz viel Kontakt zu den anderen Gästen geknüpft. Ich mag dieses Timing nicht hinterfragen, ob es nun an den neuen Gästen, an mir oder an beidem lag, ist eigentlich egal. Auf jeden Fall wurde es dadurch lebendiger, lustiger, unterhaltsamer.

Ich weiss nicht, wann ich das letzte Mal so viel französisch gesprochen habe wie die letzten Tage und dies, obwohl mir zuerst einmal immer nur die englischen Worte eingefallen sind…. relativ anstrengendes Unterfangen, aber eben auch lustig. Der grösste Witz dabei ist, dass ausgerechnet ich letztlich zur Übersetzerin für alle wurde. Das französische Paar konnte kaum englisch, die Hotelbesitzerin und das deutsche Paar wiederum kein französisch…. Trotz meinem Spass am Spiel mit der deutschen Sprache hatte ich mich eigentlich immer für sprachlich ziemlich unbegabt gehalten. Dass nun ausgerechnet ich in die Bresche gesprungen bin, ist daher ein ganz neuer Zug an mir. Nun, wer hat vor meiner Abreise nicht gesagt, es werde ein Trip zu mir selber ?, was nun aber bestimmt nicht bedeuten soll, dass ich mich zukünftig, nach meiner Rückkehr, als Simultan-Übersetzerin sehe! Wir wollen’s mal nicht übertreiben, meine Französischkenntnisse sind nach wie vor grauenhaft.

Am letzten Abend wurde ich dann auch noch bekocht von meinen Gastgebern. Ich muss gestehen, dass ich so etwas – im Hinblick auf meine Verdauung – unter normalen Umständen hier nie gegessen hätte (bekocht trifft es nicht ganz), doch ich konnte unmöglich ablehnen! So habe ich mir gesagt, dass etwas, das mit so vielen positiven Gefühlen daherkommt, nicht zu negativen Auswirkungen führen kann und meinen Magen mit dem gefüllt, was mir geboten wurde. Mal sehen, was dabei herauskommt… Bis anhin rebelliert noch nichts. ?

Ich gebe zu, dass ich mich in diesen Tagen immer wieder mal gefragt habe, ob ich beim Erhalt der Rechnung wohl mein blaues Wunder erleben würde, nach all diesen Extradiensten, die mir zuteil geworden sind – so war es dann auch, allerdings „upside down“. Mich hat’s beinahe vom Stuhl gehauen, als mir die Hoteleignerin die Rechnung unter die Nase gehalten hat!!! Da war nur der Zimmerpreis enthalten, kein Frühstück, kein Shuttle-Service, keine Minibar…..!! Damit hatte ich wirklich nicht gerechnet. Wie geht man denn mit so einer Situation um?

Wenn’s am Schönsten ist, soll man bekanntlich gehen. Ich glaube, das habe ich ziemlich gut getroffen….?

 

Phuket, THA – Vorteile und Vorurteile

Wow, die Resonanz war ja berauschend! Ein herzliches Dankeschön für all die lieben Nachrichten und guten Wünsche!! Ich hoffe, es gelingt mir, weiterhin zu unterhalten. Ich konnte mich eigentlich nie so richtig für die Reiseberichte von anderen begeistern – insofern bin ich hier etwas inkonsequent, das Führen eines konventionellen Tagebuchs vielleicht eher angezeigt, aber ich bin nun einmal so frei und belasse es, wie es ist… ?

Von Erlebnissen in dem Sinn kann ich noch nicht berichten, dazu liess ich es nicht kommen ? – still und leise widme ich mich der Beobachtung und fröhne damit meinem Hang zur Soziologie. Und geniesse dieses Klima und das (für mich) damit verbundene Ferien-Feeling! Ich bin so unglaublich begeistert von Thailand oder zumindest von dem kleinen Fleckchen Erde, auf dem ich mich zur Zeit bewege! Sicherlich hängt das stark mit meinen Vorurteilen zu Thailand zusammen, die so mächtig widerlegt wurden (auch wenn ich mittlerweile weiss, dass diese nicht komplett falsch waren). Thailand oder sagen wir, Phuket, war für mich das Mallorca von Asien, mit dem Unterschied, dass sich auf Mallorca tendenziell die gleichen Nationen oder zumindest die gleichen Kulturen per Urlaubsflirt paaren und hier die Einheimischen gekauft werden. Sextourismus find ich übrigens soziologisch unheimlich interessant – ich bin diesbezüglich für mich noch nicht zum Schluss gekommen, wer wen mehr ausnutzt. Aber lassen wir das Wissenschaftliche, es würde momentan zu weit führen. Mallorca steht für mich für ein anderes Thema: den totalen Touristenort. Das hatte ich erwartet und wurde eines Besseren belehrt! Zumindest bis Patong….

DAS ist ja so gar nicht mein Ding! DAS entspricht genau meinem Vorurteil des überdrehten, künstlichen Touristenorts. Der könnte überall stehen bzw. liegen. Es braucht einen Strand, das entsprechende Klima und gaaaaaaaanz viel westlichen Komfort und sie sind alle austauschbar. Wenn ich 12h Flug hinter mir habe und die Speisekarten auf deutsch sind, dann stimmt doch einfach etwas nicht mehr. Gruselig! Ich bin weiss Gott gerne in meinem Zuhause, aber deswegen nehm ich es doch nicht mit in die Ferien. Kolonialisierung des 21. Jahrhunderts! Ich also kurz einmal durchgefahren und gleich wieder umgedreht…. zurück in mein thailändisches Zuhause, dass all meine Vorurteile lügen straft! Mein kleines Paradies, mein kleiner Kokon, der alles Negative von mir fernhält und mich in Watte packt. Gott geht’s mir gut!! ?

Allerdings befinde ich mich natürlich auch nicht im thailändischen Hinterland, wo sie noch nie eine Weisse gesehen haben (ein solcher Ort existiert in Thailand vermutlich gar nicht mehr?). Ich wohne auch in einem Hotel, gemacht für Touristen und die meisten der Läden in der Nähe haben ihr Sortiment auf die Touristen ausgerichtet (davon gibt es allerdings nicht sehr viele – das macht den Unterschied!). So gesehen musste ich mir doch eingestehen, dass das, was ich dachte, dass ich es will und was ich wirklich will, nicht so ganz identisch ist. Es hat seine Vorteile, die Dinge des täglichen Lebens genau so rasch zu finden wie zu Hause. Es macht das Leben und das Reisen viel einfacher und bequemer und ich gestehe, ich geniesse es, “ de 5er und s’Weggli“ zu haben! Schande über mich…. ?

Die Tatsache, dass es Colgate (und wie sie alle heissen) auf der ganzen Welt zu kaufen gibt (ist das nun Globalisierung oder Touristen-Erwartung?), bringt mich zu einem weiteren Thema, das mich überraschend fasziniert. Wer mich kennt, der weiss, dass ich dem Einkaufen genauso wenig abgewinnen kann wie Patong; ein notwendiges Übel, ohne das das Überleben etwas schwierig würde. Umso überraschter bin ich selber, wie viel Zeit ich hier in einem Supermarkt verbringen kann (wäre da nicht die Gefahr von Frostbeulen, würde ich es vermutlich sogar noch länger aushalten ?). Wie ein kleines Kind bestaune ich die Auslagen, muss schmunzeln, wenn ich Bekanntes finde, bin fasziniert von dem Fremden und vor allem frage ich mich immer wieder aufs Neue, ob das optisch identische Produkt neben dem Bekannten wohl das Gleiche ist, einfach die thailändische Ausgabe, ist es doch ein Imitat oder ist es einfach nur Zufall, dass es gleich aussieht? Theoretisch liesse sich das natürlich einfach herausfinden, ich könnte beide kaufen und vergleichen. Doch bis anhin benötige ich noch keine neue Zahnpasta (oder was auch immer). Zudem wäre deren gleich zwei zu kaufen nur unnötiges Gewicht (gaaaaaanz heikles Thema!!) und wenn mir dann womöglich doch beide nicht entsprechen (da es sich beim Bekannten eben doch auch um eine „thailändische“ Ausgabe handelt – bereits festgestellt bei den thailändischen Marlboro Gold, die sind noch scheusslicher als Zuhause ? – und bei derjenigen mit Thai-Schrift um ein grässliches Imitat), das Experiment ökologisch etwas verwerflich, weil beide ganz rasch im Abfall landen. Vielleicht komme ich zu einem späteren Zeitpunkt darauf zurück…. Vielleicht finde ich aber auch bald zurück zu meinen alten Gewohnheiten und beschränke das Shoppen auf ein Minimum. Wäre bestimmt nicht das erste Mal, dass das Interesse mit der Zeit nachlässt…

 

Phuket, Thailand – der Anfang

Ich hätte eher schreiben sollen. Mittlerweile hat sich bereits so etwas wie Alltag eingestellt…. mal sehen, was die Erinnerungen zum „Anfang“ noch hergeben.

Der Start sollte – nachdem es mittlerweile Herbst geworden war und Berlin genauso ungemütlich wie Zürich – Thailand sein. Wo genau hat der Flugpreis entschieden und so bin ich in Phuket gelandet. Die Ankunft war in etwa so unangenehm wie damals in Indien. Einerseits hatte ich 20h Reise hinter mir – und das nach einer bereits kurzen Nacht, Packen ist einfach wirklich nicht mein Ding! – und war entsprechend müde, vor allem aber wurde es beim Verlassen des Fingerdocks verdammt schnell verdammt unangenehm feuchtwarm und ich noch immer eingepackt in zwei Jacken. Und dann die Immigration! Kurzes Déjà-Vu an die USA, ellenlange Schlangen. Allerdings haben die thailändischen Beamten ein Lächeln auf dem Gesicht und versuchen die Situation aufzulockern mit ihren Sprüchen – Déjà-Vu damit rasch wieder vorbei!

Endlich im Taxi hatte ich noch eine stündige Fahrt vor mir und obwohl früher Abend, war es natürlich bereits stockdunkel. Also nach wie vor keinen Plan was wie wo ich da gelandet bin. Das Hotelzimmer war schliesslich der erste Aufsteller: grosszügig, neu, hell, SEHR SAUBER (der Preis hätte das alles nicht unbedingt vermuten lassen – da lob ich mir die Bewertungen von Booking.com!) und mit einem eigenen Balkon, auf dem man rauchen darf. 🙂 Nach einem kleinen Kampf mit meinem Rucksack bzw. dem Finden der notwendigen Utensilien darin, bin ich schliesslich ins Bett gefallen, für meine Verhältnisse ungemein früh, egal nach welcher Zeit.

Am nächsten Tag durfte ich dann feststellen, dass die Verpflegung etwas schwierig werden würde. Das Hotel hat kein Restaurant und auch keinen Shop um die Ecke und der Weg in den nächsten Ort ist ohne eigenes Verkehrsmittel etwas schwierig. Dafür habe ich die Vorteile des Alleinreisens erkannt 🙂 Einerseits sind die Menschen davon mächtig beeindruckt, vor allem aber wird man von allen Seiten bemuttert. So hat mich an diesem ersten Tag quasi ein chinesisches Paar „adoptiert“ (Taxi-Dienst) und seither haben die Hotelbetreiber diesen „Job“ übernommen. So erhalte ich mein Frühstück nachmittags um 2 – kann nicht sagen, dass ich Jetlag-Probleme habe, im Gegenteil, bin bereits wieder in meinem normalen Schlafrhythmus! – werde jederzeit chauffiert (ohne Kostenfolgen), man hat mir sogar angeboten, für mich einzukaufen und als das Housekeeping heut vergessen hat, die üblichen 2 Wasserflaschen aufzufüllen, habe ich auf meine Nachfrage gleich 9 derselben erhalten – verdursten werde ich hier definitiv nicht!

Tags darauf hatte der Serien-Junkie dann seinen Schock. VPN wollte nicht, wie es sollte und ich war noch nicht bereit, soweit loszulassen! Wieso auch, abgesehen vom Klima hatte sich ja kaum etwas geändert – so kommt’s mir zumindest vor. Dass mein Heim auf ein Zimmer geschrumpft ist und ich ständig englisch spreche, fällt kaum auf. Doch wozu hat man einen IT-Spezialisten in der Familie? Dank Dir mein Bruderherz! Auch wenn davon einige vielleicht nicht so begeistert sind, Du hast mein Heimweh eliminiert. 🙂

Fühle mich entsprechend wie zu Hause wohlig eingepackt in Watte und das auch noch bei knapp 30 Grad… Mal sehen, wann ich mich der ersten Herausforderung zu stellen habe. Mit Kamala Beach habe ich es zudem nicht schlecht getroffen. Der Ort ist relativ klein, der Strand meist leer, wie auch (noch?) die Restaurants und die Händler massiv weniger aggressiv als in Indien. So habe ich meinen Aufenthalt von ursprünglich 3 geplanten Nächten verlängert und werde noch ein paar Tage hier bleiben…. Grad forcieren muss ich die Herausforderungen ja schliesslich auch nicht. Mit Sicherheit kommen die ganz von alleine früher oder später und sei es nur, dass ich mich von „meinen Adoptiveltern“ irgendwann eingeengt fühle….