Ha Long Bay, VIE – Eines der 7 neuen Welt-Naturwunder

Ich dachte mir, wenn du schon in der Nähe bist… Doch einmal mehr konnte mich die Natur nicht so beeindrucken. Vielleicht lag es am Wetter, das nicht sonderlich ideal war oder am riesigen Touristenandrang. Erst gab’s ständig Stau unter den Schiffen und später ist man sich gegenseitig auf den Füssen herumgetreten, weil alle Schiffe gleichzeitig anlegten. Von einem Vergnügen kann soweit keine Rede sein.

Ich weiss ja, dass diese Touristenattraktionen nicht so mein Ding sind. Sie sind eine Massenabfertigung, das gilt leider auch hier. Ich bin mir daher nicht so sicher, ob die Unesco der Ha Long Bay einen Gefallen getan hat mit dieser Erhebung zum Weltwunder. Die Fischer dort finden diesen „Traffic“ mit Sicherheit nicht sonderlich toll und es würde mich nicht wundern, wenn deren Lebensalltag und damit -unterhalt früher oder später zugrunde gehen. Andererseits profitiert das Land natürlich im Bereich Tourismus enorm. Und nach allem, was es Dank dem Westen in den letzten 150j durchgemacht hat, mag das eine Art Wiedergutmachung sein (insbesondere, da die betroffenen Mächte ihre Verantwortung nicht übernehmen). Nur ob dieser Schuss letztlich nicht nach hinten losgeht?

Ich hatte eine 1-Tages-Tour gewählt (zum Glück nur einen Tag!), die ich relativ lange vor mir hergeschoben habe, weil sie bereits morgens um 8 Uhr losging und weil ich auch auf besseres Wetter hoffte. Sie begann mit einer 3.5 stündigen Bus-Fahrt, die uns ein wirklich guter Guide versüsste. Sein Humor war erstklassig, die Infos interessant (und korrekt – ich für meinen Teil hatte das Meiste bereits in meinem Travelguide gelesen ?) und er hat auch nicht die ganze Zeit gequasselt, sondern uns immer wieder Zeit für uns gelassen – sein Englisch war top, nur die Betonung für meine Ohren etwas schräg. Allgemein finde ich es recht schwierig, die Vietnamesen zu verstehen, wenn sie englisch sprechen und ich habe den Verdacht, es geht ihnen umgekehrt ebenso.?  Nach der Busfahrt ging’s direkt aufs Boot, wo wir einen ausgiebigen Lunch geniessen durften. Darauf kam der Kajak-Trip in irgendeine Grotte, den ich mir jedoch geschenkt habe, Wasser und so, ausserdem hätte es extra gekostet und das war’s mir echt nicht wert (und ich glaube, das war’s auch wirklich nicht, demnach zu urteilen, was die anderen danach berichteten). Anschliessend weiterfahrt zum „Klettern“ – so wurde es zumindest angekündigt. Es ging wiederum in eine Grotte, die jedoch tatsächlich etwas höher gelegen war und deren Namen ich bereits wieder vergessen habe. Der Abstieg zum Schluss gestaltete sich denn auch etwas heikel bei diesen Menschenmassen. Danach ging’s mit dem Schiff zurück zur ursprünglichen Anlegestelle. Der gesamte Bootstripp dauerte 5h, davon etwa eine Stunde Mittagessen und die 2 Breaks in die Grotten, die ebenfalls je etwa eine Stunde dauerten. Wirklich viel war da somit nicht mit Schiffahren. Mir hätte es besser gefallen, die gesamten 5h einfach zwischen diesen Felsen rumzuschippern. Aber dafür hätte ich vermutlich selber ein Boot chartern müssen. Zum Schluss war natürlich wieder Busfahren angesagt, den gleichen Weg 3.5h zurück. Überraschenderweise wurde ich als letzte abgesetzt (andere Reihenfolge als am Morgen), so dass ich zum Ende gar noch in den Genuss einer kurzen Privatfahrt kam, wenn man so will. ?

Das Beste an der ganzen Sache scheinen mir die Teilnehmer und der Mix meiner Truppe gewesen zu sein. Wir waren 16 Personen aus USA, Rumänien, Japan, Thailand, Singapur und Korea – eine für mich eher spezielle oder sagen wir ungewohnte Zusammensetzung – und haben uns ziemlich gut verstanden. Besonders bei der Rückfahrt war eine gute, ausgelassene Stimmung im Bus, es wurde viel gelacht. Und ich kam so wieder einmal zu einem Austausch mit anderen Reisenden. Das hat tatsächlich etwas für sich… ?  Die Rumänen werde ich vermutlich an meiner nächsten Station wieder treffen. Insofern war die ganze Sache ok. Ich kann nun sagen, ich war dort…. ?

Einmal mehr muss ich allerdings feststellen, dass Reisen – so richtig Reisen – ins Geld geht. Das geht so nicht ewig weiter. Ein weiteres Argument dafür, mich niederzulassen statt herumzureisen. In Vietnam bleibe ich jedoch bei meinen Plänen – vermutlich wird Vietnam damit zum teuersten Pflaster für mich (abgesehen von Vancouver und San Francisco natürlich). Danach werde ich günstig dahindarben, damit ich nicht zu früh nach Hause muss… ? Scheinbar entwickle ich etwas verfrüht den Altersgeiz ?, auf jeden Fall ist mir noch nicht nach heimkommen und danach, ins normale Leben zurückzukehren. Aber nach noch nicht einmal 2 Monaten ist dies wohl auch akzeptabel.

Bilder zur Ha Long Bay solltet Ihr euch lieber im Netz anschauen, da findet Ihr bestimmt die besseren – vermutlich aber keine, die den Massenandrang zeigen (wobei ich diesbezüglich auch ziemlich zurückhaltend war, wer will denn Schiffs- und Menschenmassen fotografieren….!)

Das Bild täuscht, hier hatten eine ganze Reihe an (weissen) Schiffen angelegt



Zum Schluss noch ein wenig Kitsch aus der Grotte… 

 

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